Montag, 16. Februar 2026

Neuseeland (Nordinsel)

Muriwai, Otorohanga, Wangarai - nicht nur in diesen Ortsnamen, sondern auch in verschiedenen Museen, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen sind die Maori-Geschichte und -Kultur präsent. Die Maori selbst sind auch überall sichtbar und manchmal nur anhand ihrer speziellen Körper- und Gesichtsbemalungen zu erkennen, da sie voll in der Gesellschaft integriert sind. Ganz anders als in Australien, wo die Aborigines allenfalls als Touristenattraktion zur Schau gestellt werden und ihre Kunst und Kultur nur für kommerzielle Zwecke in Souvenirläden verwendet werden.


Wir sind nun schon zwei Wochen auf der Nordinsel und neben kleineren Wanderungen machen wir auch solche Aktivitäten, wie einen Segelausflug mit einem alten 2-Master in der Bay of Islands oder besuchen die Glühwürmchenhöhle in Waitomo. Das Land gefällt uns ausgesprochen gut und die Menschen sind außerordentlich hilfsbereit und kommen sofort auf einen zu, wenn man sich z. B. an der Tankstelle zu dumm anstellt, das Pre-Pay-Terminal zu bedienen.


Das, was uns weniger gefällt, sind das Wetter und die UV-Strahlung. Es ist streckenweise zu kalt für einen Sommer (manchmal nur 16 Grad) und vor allem zu nass. Entweder, man benötigt Gummistiefel, oder man verbrennt sich die Haut selbst dann, wenn es nur 20 Grad sind und die Sonne von Wolken bedeckt ist.

Gestern hat zudem unsere sonstige Glückssträhne mal nicht gehalten:

Gegen 5 Uhr früh weckt uns unser Vermieter. Ich denke erst, noch im Halbschlaf,  „warum kniet er vor uns?“ Dann muss ich feststellen, dass er über knietief im Wasser steht und verstehe dann auch allmählich, was er uns sagt: Wir müssen unsere Sachen packen und umgehend verschwinden. Es wurde Hochwasseralarm ausgelöst und der Ort wird evakuiert. Wir versuchen ruhig zu bleiben, waten mit unserem Gepäck zum Auto, das noch auf normal begehbarer Straße steht, und fahren los. Bereits nach 500 m packt uns die Angst, da das Wasser auf der Straße plötzlich doch viel tiefer ist als erwartet, und als die braune Brühe schon fast die Motorhaube erreicht, können wir nur noch beten, dass der kleine Suzuki sich als Amphienfahrzeug entpuppt. Nach rd. 100 m ist es geschafft und wir auch.

Noch etwas unter Schock, quartieren wir uns in ein überteuertes Hotel ein, das uns aufgrund der besonderen Umstände wenigstens die Early-Check-Inn Kosten erlässt.

Wir wärmen uns auf und schlafen erst einmal, um dann von unserem zweiten Pech zu erfahren:

Die Fähre, die uns in zwei Tagen auf die Südinsel bringen soll, ist aufgrund von 8 m hohen Wellen in der Cook Passage gestrichen. Es ist Hochsaison und alle Fähren sind über Wochen ausgebucht. Es macht daher kaum Sinn, dass wir uns auf eine Warteliste setzen lassen, die uns die Überfahrt eventuell in den kommenden Tagen irgendwann ermöglichen könnte. Wir prüfen andere Varianten, wie z. B. den Luftweg. Abgesehen von den horrenden Gesamtkosten, die das Ganze zusätzlich verursachen würde (Mietwagen gibt es gerade nur noch ab 3000 Euro/ Woche auf der Südinsel), möchte man bei Windstärken von 130km/h auch nicht fliegen.


Schweren Herzens treffen wir die Entscheidung, die Südinsel und alles zu canceln, was wir dort gebucht haben: Die Walbeobachtungstour, die Nachtwanderung zu den Pinguinen und das Schwimmen mit den Seehunden. Wir sind unendlich traurig und hoffen, dass wir in den letzten Tagen in Neuseeland, die wir nun auch noch auf der Nordinsel verbringen werden, das Beste daraus machen können und am Ende doch noch alles nicht gut, aber zumindest wieder besser wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen