Perth ist eine großartige Stadt. Schon beim ersten Besuch, vor unserer Campertour, haben wir vom Kings Park, der auf einer Anhöhe liegt, eine traumhafte Aussicht und einen Überblick über diese hochmoderne, Stadt, die vom Swan River durchzogen wird und mit den Vororten quasi direkt am Meer liegt. Sie steht Singapur in Punkto Sauberkeit und Ordnung in nichts nach. Ganz im Gegenteil. Die Busse im öffentlichen Nahverkehr sind zu 100% elektrisch, also emissionsfrei unterwegs und in der gesamten Innenstadt auch noch kostenlos. Abgesehen von den bekannten Sehenswürdigkeiten gefällt die Gelassenheit, das unaufgeregte Treiben, wie man es in größeren Städten eher nicht erlebt.
Nun sind wir schon zum zweiten Mal hier, jedoch nur, weil wir morgen ein Highlight unserer Reise beginnen: Wir fahren mit dem Indian-Pacific-Train einmal komplett durchs Land bis an die Ostküste nach Sydney.
Ein Kribbeln im Bauch und Aufregung, die das Herz bis zum Hals schlagen lässt, macht sich breit, als wir auf den Bahnsteig ankommen, auf dem der Zug mit den 33 Waggons schon bereit steht und ein Countrysänger nebst Prosecco und Häppchen für relaxten Zeitvertreib sorgt. Pünktlich verlässt der Indian Pacific die Station und wir haben bereits ein kleines Problem: Unsere Klimaanlage in der Kabine ist zu laut. Es dauert bis nach dem Abendessen und braucht mehrere Anläufe bei verschiedenen Mitarbeitenden, aber dann kommt die Belohnung: Wir dürfen in eine viel größere Kabine mit größerem Bad umziehen, die so groß wie unser Hotelzimmer in Singapur ist. Die folgenden Tage sind mit viel gutem Essen und tollen Getränken vor dem Ausblick auf die unendliche Weite des Outbacks gefüllt. Zwischendurch gibt es „Off-Train-Experiences“, die super organisiert sind, jedoch ein wenig den Touch einer Kreuzfahrt haben. Besonders schön ist der Stopp mitten in der Nacht in einer Geisterstadt im Nirgendwo, wo wir in völliger Dunkelheit einen traumhaften Sternenhimmel bewundern und Sternschnuppen erhaschen können. Aber auch der letzte Ausflug in die Blue Mountains ist ein tolles Erlebnis. Hier geht es mit einer Glasbodenseilbahn in 270 m Höhe direkt über einen Canyon und im Anschluss mit der steilsten Bahn der Welt abwärts.
Als wir in Sydney nach 5 Tagen ankommen, sind wir voller Eindrücke und begeistert von der perfekten Organisation und dem unglaublich zuvorkommenden Personal. Dennoch müssen wir dieses Reisegruppenfeeling so schnell nicht noch einmal haben - wir sind doch eher die Individualisten.
Sydney gefällt Dennis besser als Perth, weil es ihn eher an Bangkok erinnert - die Mischung aus modernen und alten Häusern, sowie das Wuhling in Chinatown sind genau seins. Mir gefällt Sydney auch sehr gut, aber anders gut. Wir schauen uns neben der Stadt Sydney und seinen Stränden auch eine Auffangstation für Wildtiere an. Im „Walkabout Wildlife“ kann man u. a. Kängurus und Emus hautnah erleben.
Unsere Unterkunft ist etwas außerhalb- ein nettes AirBNB in Avalon. Hier lernen wir eine ganz andere Seite der Australier kennen. Sie sind mega hilfsbereit, freundlich und aufmerksam. Avalon ist eine Kleinstadt - vielleicht liegt es daran. Vielleicht liegt es aber auch an der Tatsache, dass es keine Camper sind. Vielleicht haben die Menschen auf der anderen Seite aber auch tatsächlich diese andere Seite, weil im Osten die Natur viel freundlicher und nicht so rau ist und es abfärbt. Wir genießen es auf jeden Fall noch bis zum 3.2. und dann geht es ins nächste Land und damit ins nächste Abenteuer.