Mittwoch, 11. März 2026

Unser dritter Monat

Lange haben wir gegrübelt, diskutiert und Recherchen angestellt. Beinahe wären wir nach Papua Neuguinea gereist. Auch Fidji und andere Inseln haben wir in Betracht gezogen. Am Ende war es immer die Abwägung von Wetterbedingungen, die wir erwarten können und den Kosten, die wir haben würden, ohne Sicherheit, dass die Regen-  und Taifunzeit uns die letzten Tage nicht vermiest. Hinzu kommt, dass noch ein neues Land zwar verlockend wäre, jedoch die Erholung von den vielen neuen Eindrücken auf der Strecke bleiben würde. 

Daher besuchen wir zum Schluss noch ein bisschen Australien (Regenwald und Magnetic Island) und ***Trommelwirbel*** Bali und Nusa Lembongan. Indonesien kennen wir und wissen, dass wir dort nichts anderes machen als Hängematte, Schnorcheln und Massage. Die, die uns kennen, wundern sich vielleicht, weshalb es nicht wieder nach Thailand geht. Das hat rein logistische Gründe - die Flugstrecke ist viel kürzer. 

Der Ausflug in den ältesten Regenwald der Welt (Daintree Forest) führt uns über einen grandiosen Highway. Der Cook Highway führt immer am Pazifik entlang und immer weiter ins tropische, dichte, feuchte Grün des Regenwaldes. Bei Ankunft in der extrem abgelegenen Unterkunft, die man nur über Fähre erreicht, regnet es und regnet auch noch als ich plötzlich nach dem Abendessen extreme Gesundheits-probleme bekomme. Dennis wartet nicht lange, ruft unverzüglich die Ambulanz. Dann kommen die längsten zwei Stunden unseres Lebens, denn so lange dauert es, bis der Wagen da ist. Es werden einige Untersuchungen vorgenommen und dann wurde entschieden, mich ins Krankenhaus zu bringen. Und es regnet weiter. Nach etlichen Untersuchungen und Infusionen bin ich in der Lage ein Lebenszeichen an Dennis zu senden. Er darf mich am Morgen abholen. 

Es regnet noch immer und die Abgeschiedenheit unserer Unterkunft veranlasst Dennis zu einer weisen Entscheidung: Er packt alles zusammen und nimmt am Morgen die erste Fähre und holt mich mit Komplettgepäck aus dem Krankenhaus ab.

Wenige Stunden später sind die Straßen zu unserer Unterkunft bereits unpassierbar und die Fähre wird von einem Boot dermaßen gerammt, dass sie auf unbestimmte Zeit nicht mehr fahren kann. Wir sind dieser Falle nur knapp entkommen. Wir haben mal wieder Glück im Unglück, auch wenn ich noch 7 Tage mit den Folgen einer vermutlichen Vergiftung (Lebensmittel oder Pestizide) zu tun haben werde.

Als Abschluss lernen wir noch eine unglaublich schöne Seite von Australien kennen. Magnetic Island ist landschaftlich großartig und die Tiere lassen uns alles vergessen. Es gibt dort nämlich nicht nur Koalas in freier Wildbahn, auch Rock-Wallabys. Diese Miniaturkängurus fressen den Menschen aus der Hand und wenn man ganz geduldig ist, krabbeln sie sogar auf den Schoß. Dieses Erlebnis ist absolut berührend.

Wir verlassen nun Australien mit einem großen Koffer voll unterschiedlichster Erfahrungen und Erlebnisse, die wir noch verarbeiten müssen. Wir sind froh und dankbar, dass trotz allem das Positive überwiegt und wir bei allem Pech immer ein Quäntchen mehr Glück haben.

Montag, 2. März 2026

Neuseeland (immer noch die Nordinsel)

Nachdem wir alles storniert und uns nach dem Frust wieder neu sortiert haben, erkunden wir die Nordinsel erst einmal weiter und starten genau dort, wo es am spektakulärsten ist:

Rotorua ist der Inbegriff von heißen Quellen, Thermalbädern und Geysiren. Die Stadt stinkt nach Schwefel und ist trotzdem wunderschön. Wir haben zudem eine tolle Unterkunft in einem AirBnB auf einem Bauernhof mit lieben Tieren. Die fehlen uns nämlich schon sehr.

Auf der Südinsel wollten wir im Abel Tasman Nationalpark toll wandern - hierfür haben wir Ersatz auf der Nordinsel gefunden und machen eine super abwechslungsreiche Wanderung rund um die Karangahake Schlucht mit Fluss und Wasserfall. 

Durch Zufall entdecken wir auch einen einzigen Touren-Anbieter, der Schwimmen mit Meeressäugern im Programm hat. Es war etwas schwierig mit diesem Anbieter in Kontakt zu treten. Aber irgendwie schaffen wir es mit einer kleinen Gruppe gemeinsam Whale Island anzusteuern. Dort lebt eine Kolonie friedlicher Pelzrobben... Kaum haben wir geankert und sind im Wasser, löst sich der eine oder andere von seiner Sonnenbank und schwimmt auf uns zu und taucht unter uns durch. Wir beäugen uns gegenseitig - diese eleganten Schwimmer und wir mit unseren Plastikflossen. Niemand weiß, wer sich mehr darüber freut. 

Unsere anschließende Unterkunft entschädigt uns ebenfalls für vieles: Wir wohnen auf einer Anhöhe mit Blick auf Felder und Wälder in einem Haus in Form einer Jurte. Von hier können wir in einem Fluss völlig einsam schwimmen gehen und auch die Wanderung hier, die durch einen Tunnel führt, ist grandios. 

Als letzte Station auf der Nordinsel finden wir uns auf der Coromandel Halbinsel ein und können hier nicht nur am Cathedral Cove, einem super tollen Strand mit grandiosen Felsformationen, schwimmen gehen. Auf dem Weg durch den Kathedrale-Bogen, den man nur bei Ebbe passieren kann, sehen wir plötzlich ein kleines sich putzendes Etwas in einer Felsnische: Ein Zwerg-Pinguin!!! Wahnsinnig selten lassen sich diese kleinsten Pinguine der Welt tagsüber sehen. Wir sind mega gerührt, welch Glück wir doch haben.

Unseren letzten Tag verbringen wir am Hot-Water-Beach. Wären wir auf die Südinsel gefahren, hätten wir auch dieses Vergnügen versäumt. Hier kann man nämlich seinen ganz persönlichen kleinen Thermal-Pool erbuddeln, bis dass die Flut einen daraus vertreibt. 

Trotz aller Widrigkeiten ist es doch gekommen wie gehofft - es ist nicht nur besser geworden sondern gut. Und das, obwohl es noch nicht das Ende ist ☺️