Lange haben wir gegrübelt, diskutiert und Recherchen angestellt. Beinahe wären wir nach Papua Neuguinea gereist. Auch Fidji und andere Inseln haben wir in Betracht gezogen. Am Ende war es immer die Abwägung von Wetterbedingungen, die wir erwarten können und den Kosten, die wir haben würden, ohne Sicherheit, dass die Regen- und Taifunzeit uns die letzten Tage nicht vermiest. Hinzu kommt, dass noch ein neues Land zwar verlockend wäre, jedoch die Erholung von den vielen neuen Eindrücken auf der Strecke bleiben würde.
Daher besuchen wir zum Schluss noch ein bisschen Australien (Regenwald und Magnetic Island) und ***Trommelwirbel*** Bali und Nusa Lembongan. Indonesien kennen wir und wissen, dass wir dort nichts anderes machen als Hängematte, Schnorcheln und Massage. Die, die uns kennen, wundern sich vielleicht, weshalb es nicht wieder nach Thailand geht. Das hat rein logistische Gründe - die Flugstrecke ist viel kürzer.
Der Ausflug in den ältesten Regenwald der Welt (Daintree Forest) führt uns über einen grandiosen Highway. Der Cook Highway führt immer am Pazifik entlang und immer weiter ins tropische, dichte, feuchte Grün des Regenwaldes. Bei Ankunft in der extrem abgelegenen Unterkunft, die man nur über Fähre erreicht, regnet es und regnet auch noch als ich plötzlich nach dem Abendessen extreme Gesundheits-probleme bekomme. Dennis wartet nicht lange, ruft unverzüglich die Ambulanz. Dann kommen die längsten zwei Stunden unseres Lebens, denn so lange dauert es, bis der Wagen da ist. Es werden einige Untersuchungen vorgenommen und dann wurde entschieden, mich ins Krankenhaus zu bringen. Und es regnet weiter. Nach etlichen Untersuchungen und Infusionen bin ich in der Lage ein Lebenszeichen an Dennis zu senden. Er darf mich am Morgen abholen.
Es regnet noch immer und die Abgeschiedenheit unserer Unterkunft veranlasst Dennis zu einer weisen Entscheidung: Er packt alles zusammen und nimmt am Morgen die erste Fähre und holt mich mit Komplettgepäck aus dem Krankenhaus ab.
Wenige Stunden später sind die Straßen zu unserer Unterkunft bereits unpassierbar und die Fähre wird von einem Boot dermaßen gerammt, dass sie auf unbestimmte Zeit nicht mehr fahren kann. Wir sind dieser Falle nur knapp entkommen. Wir haben mal wieder Glück im Unglück, auch wenn ich noch 7 Tage mit den Folgen einer vermutlichen Vergiftung (Lebensmittel oder Pestizide) zu tun haben werde.
Als Abschluss lernen wir noch eine unglaublich schöne Seite von Australien kennen. Magnetic Island ist landschaftlich großartig und die Tiere lassen uns alles vergessen. Es gibt dort nämlich nicht nur Koalas in freier Wildbahn, auch Rock-Wallabys. Diese Miniaturkängurus fressen den Menschen aus der Hand und wenn man ganz geduldig ist, krabbeln sie sogar auf den Schoß. Dieses Erlebnis ist absolut berührend.
Wir verlassen nun Australien mit einem großen Koffer voll unterschiedlichster Erfahrungen und Erlebnisse, die wir noch verarbeiten müssen. Wir sind froh und dankbar, dass trotz allem das Positive überwiegt und wir bei allem Pech immer ein Quäntchen mehr Glück haben.
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