„Oh, Singapur ist toll“ sagten uns vorher alle, denen wir von unserer Reiseplanung erzählten. Und es ist tatsächlich eine tolle Stadt mit sauberen Straßen, geordneten Regeln, die befolgt werden, und einem technischen Entwicklungsstand, von dem sich Deutschland eine Scheibe abschneiden könnte. Es ist z. B. völlig unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren ohne eine Fahrkarte an einem Automaten kaufen zu müssen - einfach Kreditkarte „Tap*“ beim Einsteigen und „Tap*“ beim Aussteigen und überall kann man mit Karte bezahlen. Wir holen uns nicht ein einziges Mal Bargeld ab.
Für uns als Asien-Fans fühlt es sich aber merkwürdig an: Asien ohne exotische Gerüche, dafür mit distanzierten Menschen, ohne Verständigungsherausforderungen und eine Architektur, die einen glauben lässt, Singapur sei erst ein paar Jahrzehnte alt und hätte keine Geschichte zu bieten.
Wir verbringen zum dritten Mal Silvester in Asien - jedoch zum ersten Mal mit Countdown und pompösen Feuerwerk - auch das ist sicher untypisch für Asien, zumindest am 31.12. eines Jahres. Aber das gefällt uns, auch wenn wir es in Ermangelung eines Ersatzrestaurants mit Eistee von Mc-Donalds begießen müssen. Warum das? Wir haben schon von Deutschland aus einen schönen Platz in einer Rooftop-Bar reserviert. Dort angekommen, bekommen wir auch einen Platz und eine Sprite - denn Cola ist bereits ausverkauft. Auf unser Essen warten wir jedoch 2 Stunden bzw. erfahren dann erst, obwohl wir auch zwischendrin mehrmals fragten, dass es nichts mehr zu essen gibt. Kurzerhand entschließen wir uns, uns auf den Weg zur Marina Bay zu machen, wo das große Feuerwerk stattfinden wird und unterwegs etwas zu essen und uns im 7/11 etwas Alkoholisches für Mitternacht zu kaufen.
Aufgrund der Zeitnot müssen wir abermals umschwenken und es bleibt dann nur McDonalds übrig. Das mag nun traurig klingen, aber wir sind am Ende froh, denn direkt im Menschenmeer am Meer das grandiose Feuerwerk ganz nah zu bestaunen, ist viel schöner als von Ferne einen Blick drauf zu haben. Somit bleibt zumindest das Gefühl gleich, das wir in Asien immer haben: Es hat alles seinen Sinn und am Ende wird es gut.
*Eine „Tap“-Kreditkarte nutzt NFC-Technologie (Near Field Communication) für schnelle, sichere Zahlungen, indem man sie einfach an ein kompatibles Terminal hält. 😉
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