Freitag, 23. Januar 2026

Australien - im Westen was Neues

 Australien 


Lange hatten wir überlegt, welchen Teil dieses riesigen Landes wir bereisen wollen. Wir haben uns für Western Australia (WA) entschieden. Warum? Weil uns von verschiedenen Seiten berichtet wurde, dass WA noch sehr untouristisch sei. 


Da sind wir nun - auf dem roten Kontinent. 

Irgendwo im Nirgendwo. Da, wo das Handy nur noch das SOS-Symbol anzeigt und zwar schon seit über 100 km. 


Wir sind an Tag 12 unserer 16tägigen Campertour auf dem Weg von der Süd- zurück zur Westküste. Die Idee, relativ schnell mit einem Camper zu starten, zeigt sich im Nachhinein nicht als unsere Beste. 

Es sind Schulferien in Australien und gefühlt alle Einwohner von WA wollen campen. Wir lernen Campgrounds (ähnlich Stellplatz) kennen und dabei unsere Onboard-Dusche zu schätzen, und wir genießen auch den einen oder anderen Caravanpark (ähnlich Campingplatz). Als„Glamper“ fehlt uns doch das eine oder andere Ausstattungsutensil und es ist einfach nicht unser hyggeliger Bussi, mit dem wir unterwegs sind. Irgendwann geht es uns auch auf den Keks ständig zu suchen , wo wir noch unterkommen können. Und nach unserer einzigen „Wild Camping- Nacht“ auf einer riesigen Parkfläche einer Winery, in der wir am nächsten Tag zur Weinverkostung wollten, haben wir keine Lust mehr auf solche Aktionen. Zu oft müssen wir uns am Morgen von einer Angestellten anhören „this is privat proberty“ und zwar gefühlt 10 Mal in 5 Sätzen, die uns wie eine Gewehrsalve und im besten Schulmeisterton an den Kopf geknallt werden. Und da kommen wir auch gleich zum nächsten Thema- die Australier sind zum großen Teil für unseren Geschmack zu distanziert. Nur selten kommt man in ein kurzes Gespräch, denn selbst Grüßen fällt den Leuten auf den Caravan-Parks schwer. 

Dafür begeistert uns die Tierwelt umso mehr. „Hoffentlich sehen wir überhaupt mal ein Känguru“, sage ich zu Dennis. Er schafft es gerade noch mir ermutigend zu antworten, als wir im nächsten Moment bereits die ersten Hüpfer sehen. Tolle Tiere, die wir am Ende kaum noch zählen können. Im weiteren Verlauf begegnen uns Possums (ohne „O), Kurznasenbeuteltiere, Emus und riesige Pelikane. Am meisten haben es uns die Quokkas angetan - mit ihrem stetigem Lächeln machen sie einfach gute Laune. 

Leider hat Wildlife auch so seine Tücken: 

Am vorletzten Tag unserer Campertour kommen wir etwas spät von Busselton, das uns übrigens sehr gut gefällt, zurück zum Campingplatz. Es ist ca. 19:30, also gerade Sonnenuntergang. Die Geschwindigkeits-begrenzung liegt bei 100 km/h, wir fahren ca. 65 km/h als ein Känguru direkt vors Auto springt. Es kommt von rechts und durch den Linksverkehr bleibt noch etwas Zeit mit einer Vollbremsung zum Stehen zu kommen. Das Känguru wird noch berührt und dadurch etwas von seiner Bahn abgebracht, springt aber sofort weiter. Nach einem kurzen Schockmoment springen wir aus dem Auto und schauen dem Tier nach, dann schauen wir uns das Auto an - es ist nichts zu sehen - auch von dem Känguru nicht. Da haben wir alle riesig Glück gehabt.


Mittwoch, 7. Januar 2026

Singapur

 

„Oh, Singapur ist toll“ sagten uns vorher alle, denen wir von unserer Reiseplanung erzählten. Und es ist tatsächlich eine tolle Stadt mit sauberen Straßen, geordneten Regeln, die befolgt werden, und einem technischen Entwicklungsstand, von dem sich Deutschland eine Scheibe abschneiden könnte. Es ist z. B. völlig unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren ohne eine Fahrkarte an einem Automaten kaufen zu müssen - einfach Kreditkarte „Tap*“ beim Einsteigen und „Tap*“ beim Aussteigen und überall kann man mit Karte bezahlen. Wir holen uns nicht ein einziges Mal Bargeld ab.

Für uns als Asien-Fans fühlt es sich aber merkwürdig an: Asien ohne exotische Gerüche, dafür mit distanzierten Menschen, ohne Verständigungsherausforderungen und eine Architektur, die einen glauben lässt, Singapur sei erst ein paar Jahrzehnte alt und hätte keine Geschichte zu bieten. 

Wir verbringen zum dritten Mal Silvester in Asien - jedoch zum ersten Mal mit Countdown und pompösen Feuerwerk - auch das ist sicher untypisch für Asien, zumindest am 31.12. eines Jahres. Aber das gefällt uns, auch wenn wir es in Ermangelung eines Ersatzrestaurants mit Eistee von Mc-Donalds begießen müssen. Warum das? Wir haben schon von Deutschland aus einen schönen Platz in einer Rooftop-Bar reserviert. Dort angekommen, bekommen wir auch einen Platz und eine Sprite - denn Cola ist bereits ausverkauft. Auf unser Essen warten wir jedoch 2 Stunden bzw. erfahren dann erst, obwohl wir auch zwischendrin mehrmals fragten, dass es nichts mehr zu essen gibt. Kurzerhand entschließen wir uns, uns auf den Weg zur Marina Bay zu machen, wo das große Feuerwerk stattfinden wird und unterwegs etwas zu essen und uns im 7/11 etwas Alkoholisches für Mitternacht zu kaufen.

Aufgrund der Zeitnot müssen wir abermals umschwenken und es bleibt dann nur McDonalds übrig. Das mag nun traurig klingen, aber wir sind am Ende froh, denn direkt im Menschenmeer am Meer das grandiose Feuerwerk ganz nah zu bestaunen, ist viel schöner als von Ferne einen Blick drauf zu haben. Somit bleibt zumindest das Gefühl gleich, das wir in Asien immer haben: Es hat alles seinen Sinn und am Ende wird es gut.


*Eine „Tap“-Kreditkarte nutzt NFC-Technologie (Near Field Communication) für schnelle, sichere Zahlungen, indem man sie einfach an ein kompatibles Terminal hält. 😉