Australien
Lange hatten wir überlegt, welchen Teil dieses riesigen Landes wir bereisen wollen. Wir haben uns für Western Australia (WA) entschieden. Warum? Weil uns von verschiedenen Seiten berichtet wurde, dass WA noch sehr untouristisch sei.
Da sind wir nun - auf dem roten Kontinent.
Irgendwo im Nirgendwo. Da, wo das Handy nur noch das SOS-Symbol anzeigt und zwar schon seit über 100 km.
Wir sind an Tag 12 unserer 16tägigen Campertour auf dem Weg von der Süd- zurück zur Westküste. Die Idee, relativ schnell mit einem Camper zu starten, zeigt sich im Nachhinein nicht als unsere Beste.
Es sind Schulferien in Australien und gefühlt alle Einwohner von WA wollen campen. Wir lernen Campgrounds (ähnlich Stellplatz) kennen und dabei unsere Onboard-Dusche zu schätzen, und wir genießen auch den einen oder anderen Caravanpark (ähnlich Campingplatz). Als„Glamper“ fehlt uns doch das eine oder andere Ausstattungsutensil und es ist einfach nicht unser hyggeliger Bussi, mit dem wir unterwegs sind. Irgendwann geht es uns auch auf den Keks ständig zu suchen , wo wir noch unterkommen können. Und nach unserer einzigen „Wild Camping- Nacht“ auf einer riesigen Parkfläche einer Winery, in der wir am nächsten Tag zur Weinverkostung wollten, haben wir keine Lust mehr auf solche Aktionen. Zu oft müssen wir uns am Morgen von einer Angestellten anhören „this is privat proberty“ und zwar gefühlt 10 Mal in 5 Sätzen, die uns wie eine Gewehrsalve und im besten Schulmeisterton an den Kopf geknallt werden. Und da kommen wir auch gleich zum nächsten Thema- die Australier sind zum großen Teil für unseren Geschmack zu distanziert. Nur selten kommt man in ein kurzes Gespräch, denn selbst Grüßen fällt den Leuten auf den Caravan-Parks schwer.
Dafür begeistert uns die Tierwelt umso mehr. „Hoffentlich sehen wir überhaupt mal ein Känguru“, sage ich zu Dennis. Er schafft es gerade noch mir ermutigend zu antworten, als wir im nächsten Moment bereits die ersten Hüpfer sehen. Tolle Tiere, die wir am Ende kaum noch zählen können. Im weiteren Verlauf begegnen uns Possums (ohne „O), Kurznasenbeuteltiere, Emus und riesige Pelikane. Am meisten haben es uns die Quokkas angetan - mit ihrem stetigem Lächeln machen sie einfach gute Laune.
Leider hat Wildlife auch so seine Tücken:
Am vorletzten Tag unserer Campertour kommen wir etwas spät von Busselton, das uns übrigens sehr gut gefällt, zurück zum Campingplatz. Es ist ca. 19:30, also gerade Sonnenuntergang. Die Geschwindigkeits-begrenzung liegt bei 100 km/h, wir fahren ca. 65 km/h als ein Känguru direkt vors Auto springt. Es kommt von rechts und durch den Linksverkehr bleibt noch etwas Zeit mit einer Vollbremsung zum Stehen zu kommen. Das Känguru wird noch berührt und dadurch etwas von seiner Bahn abgebracht, springt aber sofort weiter. Nach einem kurzen Schockmoment springen wir aus dem Auto und schauen dem Tier nach, dann schauen wir uns das Auto an - es ist nichts zu sehen - auch von dem Känguru nicht. Da haben wir alle riesig Glück gehabt.