3 Flüge muss der arme Dennis hintereinander ertragen, damit wir ohne Zwischenstopp aus Sulawesi nach Thailand und direkt nach Ko Samui fliegen. Wobei auf Koh Samui nur der nächstgelegene Flughafen ist, es aber nicht unser Ziel darstellt. Nein, es geht am nächsten Tag gleich per Fähre weiter nach Koh Tao. Wir haben Glück, denn es ist nicht mehr sehr voll auf der Insel. Aber trotzdem suchen wir uns eine ganz kleine abgeschiedene Bucht und mieten uns lieber ein Motorrad, um bei Bedarf dort hinzufahren, wo es mehr Trubel gibt. Das Motorradfahren ist schon sehr aufregend. Es dauert eine Weile bis ich so viel Vertrauen in meinen Fahrer habe, dass ich meine Frage:“ Soll ich lieber absteigen, Dennis?“ nicht mehr bei jeder Geröllpiste mit 40 % Gefälle ausspreche. Auf Koh Tao sind die Serpentinen noch nicht erfunden, aber mit Erfahrung, Geduld, Gefühl und vor allem Helm kommt man trotzdem heil an. In unserer kleinen Bucht gehen wir direkt vom Strand aus schnorcheln. Es ist nicht umwerfend, wenn man die Unterwasserwelt Indonesiens zum Vergleich nimmt, aber dennoch schön. Besonders schön ist es, wenn der „erfahrene“ Taucher den fatalen Fehler begeht und den großen Fisch streicheln will. Dieser Fisch stellt sich nämlich als Titan-Drückerfisch heraus. Diese Fische sind alles andere als scheu und reagieren ungehalten, wenn man sie stört. Zum Glück gibt es vor einem Biss immer erst eine Warnung. Die reicht uns und wir suchen schnell das Weite.
In den nächsten Tagen erkunden wir ein bisschen mehr von der Insel, die seit 2011 schließlich eine ganz besondere Bedeutung für uns hat. Und damit ich nicht einroste, gehe ich zu Fuß die fast 8 km direkt über den Berg auf die andere Seite und treffe mich da mit Dennis - einer muss ja das Motorrad für den Rückweg dort hin bringen😉 Koh Tao ist wirklich auch schön zum Wandern, allerdings darf man sich nicht auf Komoot verlassen, denn da wird man gern mal einen Berg hochgejagt, der keinen Weg zur anderen Seite bietet. Man darf auch keine Thais nach dem Weg fragen, denn Thais laufen grundsätzlich nicht gern und eine solche Strecke „ no can go!“.
Wir bleiben insgesamt zwei Wochen und verlassen die Insel mit der Erkenntnis, dass wir noch immer nicht alles gesehen haben, obwohl Koh Tao nicht sonderlich groß ist.
Nach Strand und Meer wollen wir wieder Dschungel haben. Wir fahren daher nach Khao Sok. Anders als die meisten Besucher des gleichnamigen Nationalparks, die nur als Tagesausflügler kommen, schlafen wir direkt in dem kleinen verträumten Örtchen und wandeln neben und nicht im Nationalpark auf Naturpfaden. Somit entgehen wir den Touristenmassen, die in Bussen zum Park gekarrt werden. In Indonesien gab es zu viel, in Thailand zu wenig Regen. In der nun herrschenden Trockenzeit führen die Flüsse um den Park zu wenig Wasser, sodass unser Plan vom Rafting oder Tubing nicht umsetzbar ist. Dennoch finden wir ein anderes Highlight. Wir besuchen ein Elephant Sanctuary, in dem zwei freigekaufte ehemalige Arbeitselefanten ihren Alterssitz haben. Wir dürfen die grauen Riesen füttern und als besonderen Witz steckt die Tierpflegerin meinen Arm bis zum Ellenbogen ins Elefantenmaul. Es wird uns viel erklärt und als das Futter alle ist, geht es ins Elefanten-Spa. In einer braunen, stinkenden Brühe legen sich die Elis gemütlich hin und wir Besucher dürfen den Schlamm vom Grubenboden auf die dicke Haut der Elefantenkühe auftragen. Das kostet am Anfang etwas Überwindung, da man nicht weiß, woraus der Schlamm, den man gerade greift, besteht, aber dann überwiegt der Spaß und man sieht, wie es den Tieren gefällt. Anschließend kommt die Klarspülung im Fluss und die Trocknung auf dem Fußmarsch zurück zum Camp. Dann ist es schon wieder Zeit für eine Fütterung, denn wenn Elefanten gerade nicht schlafen, was sie nur 4 Stunden täglich tun, müssen sie essen.
Als letzte Station in Thailand, bevor es dann nach Hause geht, fahren wir nach Khanom, einem kleinen Ort an der westlichen Golfküste. Dort gibt es pinkfarbene Delfine und da es noch nicht viele Touristen in und um Khanom gibt und die Delfintouren tierfreundlich gestaltet werden, buchen wir eine solche. Leider spielt das Wetter nicht mit, denn bei Wind und hohen Wellen bleiben die kleinen Longtailboote an Land. So müssen wir dieses Erlebnis auch fürs nächste Mal aufheben. Ein kleiner Trost ist uns unser Ausflug zum Wasserfall, denn es ist tatsächlich das erste Mal, dass wir einen tollen Wasserfall mit Pool für uns ganz allein haben.
Am 24.02. fahren wir mit dem Nachtzug nach Bangkok. Dort gehen wir shoppen (endlich) und bereiten uns auf die Zivilisation vor (u. A. Pediküre, damit richtige Schuhe wieder passen). Dieses Mal schaffen wir es auch noch zu einem Fußballspiel zu gehen. Wir sind die einzigen Farangs (Ausländer auf Thai) und man beäugt uns neugierig. Da wir aber so schön mitjubeln, wenn die Gäste am Ball sind, nimmt man uns herzlich in die Fangemeinschaft auf.
Die Freude ist groß, wenn wir an Familie und Freunde denken. Aber es gruselt uns vor dem kalten Wetter und vor dem Alltag. Viel ist in unserer Abwesenheit geschehen, Gutes und Schlechtes. Und vielleicht haben auch wir uns verändert. Unser Leben wird nicht mehr so sein, wie es vor der Reise war. Aber mit der Einstellung, die wir uns als Souvenir mitbringen, wird es gut sein.
Wir wollen: träumen, leben, reisen Das Blog soll unterhaltsam sein und informativ, anregen und Mut zum Nachmachen machen.
Sonntag, 25. Februar 2018
Sonntag, 18. Februar 2018
Indonesien
Nach dem Kinderheim belohnen wir uns: Dennis verwirklicht seinen lang gehegten Traum und geht auf Tauchsafari in Raja Ampat. Mich hat er für die eine Woche in einem Wellness-Dschungel-Resort auf Bali einquartiert. Es ist das erste Mal seit dem 01.09.2017, dass wir getrennte Wege gehen.
Meine Tage im Spa-Resort sehen ziemlich gleichförmig aus. Ich buche mir für jeden Tag eine Anwendung und alle zwei Tage fahre ich nach Ubud. Manchmal schlendere ich nur so durch die Straßen und schaue mir die Boutiquen oder von einer Caféterrasse aus die Menschen an. Großartig shoppen ist noch immer nicht möglich, denn wir reisen ja noch ein wenig weiter und im vorhandenen Rucksack ist kein Platz. Die Hauptattraktion in Ubud, der Affenwald, zieht auch mich an. Es ist erstaunlicherweise nicht voll, wie generell die gesamte Stadt. Ob das an der Regenzeit liegt oder daran, dass viel zum Mount Agung in den Medien war oder beides zusammen, kann mir keiner der Einheimischen so genau sagen. Die Regenzeit in Indonesien fällt recht unterschiedlich aus. Manchmal regnet es nur kurz und heftig, manchmal regnet es über 1 Stunde so stark, dass man eine Sichtweite von unter 20 Metern hat und manchmal nieselt es nur leicht. Nach meiner Tour im Affenwalt fängt es auch gerade wieder sehr stark an zu regnen und ich rette mich in ein Café. Ein unbekanntes, sehr lautes Geräusch lässt mich zusammenfahren und ich sehe, wie in der gegenüberliegenden Straße eine Häuserwand eines erhöht gebauten Hauses auf die Straße stürzt. Es ist ein sehr großes Glück im Unglück, dass in diesem Moment weder Autos noch Passanten auf der Straße sind. Für die Einheimischen gehören auch solche Unglücke, die durch Erdrutsche entstehen, zur Regenzeit dazu.
Wenngleich meine Unterkunft ein Traum ist, mit vorzüglichem Essen und besten Massagen, so freue ich mich doch, dass es bald weitergeht. Ich treffe mich mit Dennis in Sulawesi und ab da wird es dann hoffentlich auch wieder etwas spannender.
Umstehende, die unser Wiedersehen auf dem Flughafen in Manado beobachten, müssen denken, wir hätten uns seit Jahren nicht mehr gesehen. Rund um die Uhr für eine lange Zeit zusammen zu sein, bringt offenbar nicht nur ab und zu Spannungen, sondern auch eine noch festere Bindung.
Glücklich sitzen wir also im Auto und haben eine Stunde Fahrt vor uns bis wir im MountainViewResort in Tomohon ankommen. Auf dem Weg berichtet Dennis von seiner Woche:
Ganz weit im Osten Indonesiens liegt mein Ziel, Raja Ampat...Divers Paradise, das eigentlich mehr zu Papua zählt. Der westliche Teil wurde vor einigen Jahrzehnten von Indonesien annektiert, nennt sich jetzt zumindest West Papua. Dass hier das Leben anders tickt, merke ich schon, als ich den Flughafen verlasse. Die Menschen und Leute sehen aus wie Eingeborene, die man aus Dokumentationen kennt. Fasziniert starre ich Sie an, versuche dabei nicht unhöflich zu wirken.
Ein paar Minuten später bin ich dann auch schon auf meinem Zuhause für die nächsten 7 Tage gelandet: ein kleines, aber sehr schönes Segelboot mit Platz für 12 Taucher und einer 8-köpfigen Crew. Ziemlich international geht es an Bord zu. Ein Paar kommt aus China, die anderen aus Schweden, Belgien, Holland und Portugal. Gary, mein Kabinennachbar, kommt aus England und ich bin der Quotendeutsche.
Das Tauchen selbst ist leider eher ernüchternd. Aufgrund der vielen Regenfälle in letzter Zeit, ist die Sicht unter Wasser doch ziemlich eingeschränkt. Dafür sind das Leben über Wasser und die Inselwelt ringsherum spektakulär. Zudem begleiten uns Delphine bei der Fahrt.
Ich komme bestimmt noch einmal in dieses phantastische Inselparadies, aber beim nächsten Mal dann wieder mit meiner Joanna, die ich auch schon nach wenigen Tagen mehr und mehr vermisst habe.
Von unserem Mountain View Resort , das von dem deutschen Auswanderer, Michael Leitzinger geführt wird, machen wir am ersten Tag einen Ausflug auf eigene Faust zum Wasserfall. Bevor wir diesen erreichen, sind wir bereits völlig durchnässt: Erst ist es Schweiß aufgrund der drückenden Hitze und den nicht ganz einfachen Wegen und dann kommt auch mal wieder der sintflutartige Regen. Der Wasserfall bei Kali ist gewaltig und da dies das untouristische Indonesien ist, muss man auch noch keinen Eintritt bezahlen. Aktuell ist der Vulkan Lokon wieder am Brodeln. Das erfahren wir so ganz nebenbei. Es ist, wie erwähnt, kein Touristenziel. Aber es macht uns keine Angst, denn wir sind auf dem gegenüberliegenden Berg untergebracht und nicht im Tal und die Gelassenheit der Einwohner ist uns ein Vorbild.
Am zweiten Tag schaffen wir es endlich zum ersten Mal, eine Wildwasserraftingtour zu machen. Wir haben einen mordsmäßigen Spaß und sind ein bisschen traurig als nach 1,5 Stunden schon alles vorbei ist. Das 5-Meter-Gefälle, das folgen würde, will man uns beim ersten mal noch nicht zumuten. Als es am Abend wieder regnet, entschließen wir uns schweren Herzens, unserer Tour „der Sonne entgegen“ ein Ende zu setzen. Osttimor und Papua Neuguinea werden verschoben. Wir wollen keinen Regen mehr.
Als Abschied von Sulawesi machen wir noch eine Tour in einen Nationalpark. Dort werden wir bei Ankunft von Schwarzkopfmakaken stürmisch begrüßt- so stürmisch, dass es Dennis warm den Rücken herunter läuft 😂. Nachdem er dann fertig entlaust ist, muss er den Affen abschütteln, denn der will mit Hilfe seiner Zähne die ihm unbekannten Leberflecken abknabbern. Im Dickicht des Dschungels führt uns unser Guide zu einem merkwürdig ausgehöhlten Baum. Wir müssen ganz genau hinsehen, aber dann entdecken wir sie: Niedlich wie kleine kuschelige Teddybären sitzen die Koboldmakis in den Löchern und schlafen, denn sie sind nachtaktiv. Wir haben einen wunderschönen, sonnigen und trockenen Tag. Uns kommen Zweifel, ob wir uns richtig entschieden haben. Aber es ist zu spät. Die Flüge sind gebucht.
Meine Tage im Spa-Resort sehen ziemlich gleichförmig aus. Ich buche mir für jeden Tag eine Anwendung und alle zwei Tage fahre ich nach Ubud. Manchmal schlendere ich nur so durch die Straßen und schaue mir die Boutiquen oder von einer Caféterrasse aus die Menschen an. Großartig shoppen ist noch immer nicht möglich, denn wir reisen ja noch ein wenig weiter und im vorhandenen Rucksack ist kein Platz. Die Hauptattraktion in Ubud, der Affenwald, zieht auch mich an. Es ist erstaunlicherweise nicht voll, wie generell die gesamte Stadt. Ob das an der Regenzeit liegt oder daran, dass viel zum Mount Agung in den Medien war oder beides zusammen, kann mir keiner der Einheimischen so genau sagen. Die Regenzeit in Indonesien fällt recht unterschiedlich aus. Manchmal regnet es nur kurz und heftig, manchmal regnet es über 1 Stunde so stark, dass man eine Sichtweite von unter 20 Metern hat und manchmal nieselt es nur leicht. Nach meiner Tour im Affenwalt fängt es auch gerade wieder sehr stark an zu regnen und ich rette mich in ein Café. Ein unbekanntes, sehr lautes Geräusch lässt mich zusammenfahren und ich sehe, wie in der gegenüberliegenden Straße eine Häuserwand eines erhöht gebauten Hauses auf die Straße stürzt. Es ist ein sehr großes Glück im Unglück, dass in diesem Moment weder Autos noch Passanten auf der Straße sind. Für die Einheimischen gehören auch solche Unglücke, die durch Erdrutsche entstehen, zur Regenzeit dazu.
Wenngleich meine Unterkunft ein Traum ist, mit vorzüglichem Essen und besten Massagen, so freue ich mich doch, dass es bald weitergeht. Ich treffe mich mit Dennis in Sulawesi und ab da wird es dann hoffentlich auch wieder etwas spannender.
Umstehende, die unser Wiedersehen auf dem Flughafen in Manado beobachten, müssen denken, wir hätten uns seit Jahren nicht mehr gesehen. Rund um die Uhr für eine lange Zeit zusammen zu sein, bringt offenbar nicht nur ab und zu Spannungen, sondern auch eine noch festere Bindung.
Glücklich sitzen wir also im Auto und haben eine Stunde Fahrt vor uns bis wir im MountainViewResort in Tomohon ankommen. Auf dem Weg berichtet Dennis von seiner Woche:
Ganz weit im Osten Indonesiens liegt mein Ziel, Raja Ampat...Divers Paradise, das eigentlich mehr zu Papua zählt. Der westliche Teil wurde vor einigen Jahrzehnten von Indonesien annektiert, nennt sich jetzt zumindest West Papua. Dass hier das Leben anders tickt, merke ich schon, als ich den Flughafen verlasse. Die Menschen und Leute sehen aus wie Eingeborene, die man aus Dokumentationen kennt. Fasziniert starre ich Sie an, versuche dabei nicht unhöflich zu wirken.
Ein paar Minuten später bin ich dann auch schon auf meinem Zuhause für die nächsten 7 Tage gelandet: ein kleines, aber sehr schönes Segelboot mit Platz für 12 Taucher und einer 8-köpfigen Crew. Ziemlich international geht es an Bord zu. Ein Paar kommt aus China, die anderen aus Schweden, Belgien, Holland und Portugal. Gary, mein Kabinennachbar, kommt aus England und ich bin der Quotendeutsche.
Das Tauchen selbst ist leider eher ernüchternd. Aufgrund der vielen Regenfälle in letzter Zeit, ist die Sicht unter Wasser doch ziemlich eingeschränkt. Dafür sind das Leben über Wasser und die Inselwelt ringsherum spektakulär. Zudem begleiten uns Delphine bei der Fahrt.
Ich komme bestimmt noch einmal in dieses phantastische Inselparadies, aber beim nächsten Mal dann wieder mit meiner Joanna, die ich auch schon nach wenigen Tagen mehr und mehr vermisst habe.
Von unserem Mountain View Resort , das von dem deutschen Auswanderer, Michael Leitzinger geführt wird, machen wir am ersten Tag einen Ausflug auf eigene Faust zum Wasserfall. Bevor wir diesen erreichen, sind wir bereits völlig durchnässt: Erst ist es Schweiß aufgrund der drückenden Hitze und den nicht ganz einfachen Wegen und dann kommt auch mal wieder der sintflutartige Regen. Der Wasserfall bei Kali ist gewaltig und da dies das untouristische Indonesien ist, muss man auch noch keinen Eintritt bezahlen. Aktuell ist der Vulkan Lokon wieder am Brodeln. Das erfahren wir so ganz nebenbei. Es ist, wie erwähnt, kein Touristenziel. Aber es macht uns keine Angst, denn wir sind auf dem gegenüberliegenden Berg untergebracht und nicht im Tal und die Gelassenheit der Einwohner ist uns ein Vorbild.
Am zweiten Tag schaffen wir es endlich zum ersten Mal, eine Wildwasserraftingtour zu machen. Wir haben einen mordsmäßigen Spaß und sind ein bisschen traurig als nach 1,5 Stunden schon alles vorbei ist. Das 5-Meter-Gefälle, das folgen würde, will man uns beim ersten mal noch nicht zumuten. Als es am Abend wieder regnet, entschließen wir uns schweren Herzens, unserer Tour „der Sonne entgegen“ ein Ende zu setzen. Osttimor und Papua Neuguinea werden verschoben. Wir wollen keinen Regen mehr.
Als Abschied von Sulawesi machen wir noch eine Tour in einen Nationalpark. Dort werden wir bei Ankunft von Schwarzkopfmakaken stürmisch begrüßt- so stürmisch, dass es Dennis warm den Rücken herunter läuft 😂. Nachdem er dann fertig entlaust ist, muss er den Affen abschütteln, denn der will mit Hilfe seiner Zähne die ihm unbekannten Leberflecken abknabbern. Im Dickicht des Dschungels führt uns unser Guide zu einem merkwürdig ausgehöhlten Baum. Wir müssen ganz genau hinsehen, aber dann entdecken wir sie: Niedlich wie kleine kuschelige Teddybären sitzen die Koboldmakis in den Löchern und schlafen, denn sie sind nachtaktiv. Wir haben einen wunderschönen, sonnigen und trockenen Tag. Uns kommen Zweifel, ob wir uns richtig entschieden haben. Aber es ist zu spät. Die Flüge sind gebucht.
Mittwoch, 31. Januar 2018
Freiwilligenarbeit im Kinderheim in Indonesien
Unsere Herzen pochen wie verrückt. Werden sie uns mögen? Was werden unsere Aufgaben sein? Wie werden wir untergebracht werden? Wir fahren gerade die Auffahrt zum Narayan Seva Children’s Home herauf und schon springen die ersten Kinder vor und um das Auto herum. „Welcome“ und „Hello“ und irgendetwas auf Indonesisch dringt an unsere Ohren. Wir steigen aus und gefühlt 100 Kinderaugen starren uns an. Wir sind noch etwas unsicher, grüßen nur scheu zurück. Zum Glück kommt in dem Moment eine Didi auf uns zu und begrüßt uns. „Didi“, so erfahren wir später, ist nicht etwa ein Name. Es ist vielmehr ein Titel. Ein Titel für eine Frau, die ihre Liebe aufgrund ihres humanistischen Glaubens ausschließlich den Kindern zuteil werden lässt. Es gibt zwei Didis in Narayan Seva. Schließlich sind es auch sehr viele Kinder, bis zu 90, z. Z. „nur“ 76. Am Abend nach ihrer täglichen gemeinsamen Meditation gibt es einen Gesprächskreis. Am ersten Abend stellen sich alle Kinder mit Namen, Alter, Hobby und Schuljahr vor, und das auf Englisch. Da alle sozusagen Schwestern und Brüder sind, sind auch wir nun Sister Joanna und Brother Dennis.
Das Eis ist schneller gebrochen als erwartet, denn die Kinder sind alle sehr offen und sehr neugierig. Die Didis teilen uns keine Aufgaben zu. Sie geben uns absoluten Freiraum selbst zu sehen, was zu tun ist und was wir davon übernehmen wollen. Die erste Aufgabe, die wir uns suchen, ist ein Ausflug zum Wasserfall. Wir mieten ein Bemo, ein alter klappriger Transportbus, der auf wundersame Weise nicht auseinanderfällt, sondern 12 Kinder und uns transportiert. Trotz häufiger Regenfälle haben die Kinder einen schönen Tag. Für sie zählt es, einfach mal rauszukommen. Sie stören sich nicht daran, dass wir nicht im Pool des Wasserfalls baden können.
Natürlich haben wir auch nicht so schöne Aufgaben für uns gefunden: Wir reparieren die Wanduhren, helfen bei der Gartenarbeit mit, stellen das Basketballnetz wieder her und helfen beim Putzen und bei den Hausaufgaben. Fußballspielen ist natürlich Dennis willkommene regelmäßige Kinderbeschäftigung während ich ihnen Grundsätzliches zum Volleyball erkläre oder mit den Kindergartenkids am Vormittag Parcours spiele. Den größten Spaß haben wir, als wir ihnen Völkerball beibringen. Sie verstehen schnell und spielen mit lautem Gekreische und Gejohle.
Natürlich fahren wir ein zweites mal zum Wasserfall, damit noch andere Kinder in den Genuss kommen, und schließlich hat der Norden Balis auch verschiedene zu bieten. Der Strand ist 30 Minuten von uns entfernt, sodass wir auch zweimal Ausflüge dahin veranstalten. Und zu guter letzt laden wir wiederum andere Kinder ein, dieses Mal 18, mieten zwei Bemos und fahren zu einem Schwimmbad, das sich aus einer heißen Quelle speist. Lediglich zwei Kinder können schwimmen, die anderen lassen es sich aber erklären und haben auch Vertrauen, sich von uns halten zu lassen, sodass am Ende des Tages zwei weitere Kinder schwimmen können. Die wichtigste aller Aufgaben, so ist uns heute klar, ist einfach für die Kids da zu sein. Sei es, dass die Kleinsten nur gekuschelt werden oder die Mittleren mit uns im Baumhaus toben oder die Größeren ihr Englisch aufbessern und ganz nebenbei etwas von unserer Kultur und Lebensweise erfragen und erfahren können. Zu ihrer ganz speziellen Kinderheimkultur gehört, dass alle Geburtstage eines Monats an einem bestimmten Tag gemeinsam im jeweiligen Monat gefeiert werden. Somit hat Dennis Glück und kann bereits am 18.1. seinen Geburtstag gemeinsam mit den anderen Geburtstagskindern feiern. Endlich darf er mal wieder tanzen, weil er das so gern macht. Und das auch noch als Singledance auf der Bühne der Geburtstagskinder, denn schließlich sind im Narayan Seva alle gleich.
Die Verabschiedung fällt schwer, denn alle sind uns ans Herz gewachsen. Die Tage waren anstrengend und wir freuen uns auf die arbeitsfreie Zeit. Doch die Kinder werden wir vermissen. Wir versprechen nicht, dass wir auf jeden Fall wiederkommen, so wie es die Kinder von uns hören wollen, aber wir versprechen, dass wir, wenn wir wieder auf Bali sind, auf jeden Fall vorbei kommen werden.
Das Eis ist schneller gebrochen als erwartet, denn die Kinder sind alle sehr offen und sehr neugierig. Die Didis teilen uns keine Aufgaben zu. Sie geben uns absoluten Freiraum selbst zu sehen, was zu tun ist und was wir davon übernehmen wollen. Die erste Aufgabe, die wir uns suchen, ist ein Ausflug zum Wasserfall. Wir mieten ein Bemo, ein alter klappriger Transportbus, der auf wundersame Weise nicht auseinanderfällt, sondern 12 Kinder und uns transportiert. Trotz häufiger Regenfälle haben die Kinder einen schönen Tag. Für sie zählt es, einfach mal rauszukommen. Sie stören sich nicht daran, dass wir nicht im Pool des Wasserfalls baden können.
Natürlich haben wir auch nicht so schöne Aufgaben für uns gefunden: Wir reparieren die Wanduhren, helfen bei der Gartenarbeit mit, stellen das Basketballnetz wieder her und helfen beim Putzen und bei den Hausaufgaben. Fußballspielen ist natürlich Dennis willkommene regelmäßige Kinderbeschäftigung während ich ihnen Grundsätzliches zum Volleyball erkläre oder mit den Kindergartenkids am Vormittag Parcours spiele. Den größten Spaß haben wir, als wir ihnen Völkerball beibringen. Sie verstehen schnell und spielen mit lautem Gekreische und Gejohle.
Natürlich fahren wir ein zweites mal zum Wasserfall, damit noch andere Kinder in den Genuss kommen, und schließlich hat der Norden Balis auch verschiedene zu bieten. Der Strand ist 30 Minuten von uns entfernt, sodass wir auch zweimal Ausflüge dahin veranstalten. Und zu guter letzt laden wir wiederum andere Kinder ein, dieses Mal 18, mieten zwei Bemos und fahren zu einem Schwimmbad, das sich aus einer heißen Quelle speist. Lediglich zwei Kinder können schwimmen, die anderen lassen es sich aber erklären und haben auch Vertrauen, sich von uns halten zu lassen, sodass am Ende des Tages zwei weitere Kinder schwimmen können. Die wichtigste aller Aufgaben, so ist uns heute klar, ist einfach für die Kids da zu sein. Sei es, dass die Kleinsten nur gekuschelt werden oder die Mittleren mit uns im Baumhaus toben oder die Größeren ihr Englisch aufbessern und ganz nebenbei etwas von unserer Kultur und Lebensweise erfragen und erfahren können. Zu ihrer ganz speziellen Kinderheimkultur gehört, dass alle Geburtstage eines Monats an einem bestimmten Tag gemeinsam im jeweiligen Monat gefeiert werden. Somit hat Dennis Glück und kann bereits am 18.1. seinen Geburtstag gemeinsam mit den anderen Geburtstagskindern feiern. Endlich darf er mal wieder tanzen, weil er das so gern macht. Und das auch noch als Singledance auf der Bühne der Geburtstagskinder, denn schließlich sind im Narayan Seva alle gleich.
Die Verabschiedung fällt schwer, denn alle sind uns ans Herz gewachsen. Die Tage waren anstrengend und wir freuen uns auf die arbeitsfreie Zeit. Doch die Kinder werden wir vermissen. Wir versprechen nicht, dass wir auf jeden Fall wiederkommen, so wie es die Kinder von uns hören wollen, aber wir versprechen, dass wir, wenn wir wieder auf Bali sind, auf jeden Fall vorbei kommen werden.
Freitag, 5. Januar 2018
Thailand
4 Stunden nach dem unspektakulären Grenzübertritt von Kambodscha nach Thailand erreichen wir die Stadt der Engel, auf Thai: Krungthep Mahannakorn oder auch kurz: Bangkok. Wir bleiben zwei Tage in der Stadt. Es ist anders als beim letzten Mal. Es ist sauberer. Es gibt Mülltonnen. Abends auf der Khaosan Road ist es auch nicht mehr ganz so laut (aber immer noch laut genug). Wir beobachten, wie die Polizei zum Abkassieren der Standmieten vorbeikommt. Ein Verkäufer erklärt uns, dass man entweder Monatslizenzen im Voraus erwerben kann oder unverhältnismäßig höhere Tagessätze bezahlen muss. In dieser Konsequenz ist auch das neu.
Nachdem wir unsere Weihnachtseinkäufe, zwei Lichterketten und Deko, erledigt haben, machen wir uns auf den Weg zu „unserer“ Insel. Es gibt eine direkte Flugverbindung von Bangkok nach Ranong und von dort kann man per Speedboat oder Slowboat, jeweils zweimal täglich, nach Koh Chang fahren. Wir entscheiden uns für die langsamere Variante und nehmen den Nachtzug von Bangkok nach Chumphon und von dort den Reisebus bis Ranong. Es gefällt uns mit der Bahn zu reisen, und gerade diese Strecke hat für uns etwas Traditionelles. Im Zug sind wir ganz überrascht, wieviel mehr an Komfort geboten wird. Die Schlafkojen sind mit 110 cm breiter und die gemäßigte Klimaanlage surrt nur leise. Zudem sind auch die Fahrgeräusche viel geringer als noch vor drei Jahren. Das einzige, was sich zum Glück auch nicht geändert hat, ist, dass um 21:00 Uhr der Schaffner die Betten für jeden einzelnen mit frischer, blütenweißer Bettwäsche bezieht. In Chumphon auf dem Bahnsteig geht es jetzt zu wie auf dem Markusplatz in Venedig. Vor nicht einmal 9 Jahren war ich die einzige, die damals dort ausstieg. Nun ist es ein beliebter Verkehrsknotenpunkt für Reisende nach Koh Samui, Koh Tao oder Koh Phangan im Golf von Thailand. Zum Glück reisen wir auf die andere Seite und sehen uns im Reisebus zu 80 % von Einheimischen umgeben. Am Busbahnhof in Ranong gehen wir bei unserer lieben Jai, die das Kiwi Orchid besitzt, ganz in Ruhe frühstücken und fühlen uns schon richtig heimisch. Natürlich hat sie in der Zwischenzeit schon die Bootstickets reserviert und fährt uns auch alsbald zum Pier.
Wir brauchen eine Pause. Wir müssen verarbeiten. Wir sind nicht mehr offen für Neues. Unsere Reisemüdigkeit kommt zur rechten Zeit. Wir sind auf "unserer" Insel. Unser Koh Chang bei Ranong auf der Andamanenseite Thailands gibt uns die Ruhe, die wir brauchen. Hier kennen wir jeden Weg, jedes Resort und treffen alte Bekannte. Diese kleine Insel ist schon seit vielen Jahren unser Domizil, wenn wir uns in Südostasien herumtreiben. Völlig unaufgeregt mit einem mittelmäßig schönen Strand und sehr einfachen Hütten ist Koh Chang eine der letzten Inseln, die noch keine Unterkünfte mit Aircondition oder gar Swimmingpool bietet. In den meisten Unterkünften gibt es Strom von 18:00-22:00 Uhr, und in den drei Bars trifft man sich bei chilliger Musik. Tagsüber wird die Hängematte überstrapaziert, am frühen Abend bietet sich Beachvolleyball an oder man erkundet das Inselinnere zu Fuß oder mit dem Rad. Wir bleiben zwei Wochen, verbringen Weihnachten und Silvester in unserem zweiten Zuhause. Nach nur drei Tagen kehrt fast so etwas wie Alltag ein. Die Regelmäßigkeit und das Vertraute tuen uns gut. Wir wollten erst nur 10 Tage bleiben, haben aber spontan verlängert. Am 5.1.2018 sind wir nun wieder bereit für neue Abenteuer. Wir freuen uns auf Indonesien und unser zweites Freiwilligenprojekt und alles, was sich dann noch anschließt.
Donnerstag, 21. Dezember 2017
Kambodscha
Dass mir Bootsfahrten auf dem Meer Angst machen, habe ich bereits erwähnt. Wenn dazu auch noch ein ordentlicher Wellengang kommt und das Speedboot nicht über, sondern in die Welle taucht und das Wasser den Mittelgang entlang auf mich zukommt, dann habe ich so richtig, richtig Angst. So geht es mir auf unserer Überfahrt von Koh Rong Sanloem nach Sihanoukville. Meine Panik bekomme ich mit Selbstgesprächen und mentaler Ablenkung in den Griff und zum Glück ist nach 40 Minuten auch schon wieder das Land in greifbarer Nähe. Die schöne Erholung, die wir in den vergangenen Tagen erst auf Koh Rong und dann auf Koh Rong Sanloem getankt haben, scheint erst einmal dahin. Es muss eine schöne Massage her. Da wir noch Zeit bis zum Abflug haben, gönnen wir uns eine Stunde für 12 $ und anschließend noch einen Cocktail für 2,50 $. Endlich ist wieder alles zu „normalen“ asiatischen Preisen erhältlich, was auf den Inseln anders war. Dafür bieten die Inseln Puderzuckersand und kristallklares Wasser. Es gibt laute und leise Strandabschnitte und beide Inseln sind noch dicht grün bewachsen. Backpacker laufen mit ihren Rucksäcken auf dem Rücken den Strand entlang auf der Suche nach billigen Dorms, Rollkoffertouristen folgen ihren Kofferträgern in ihre gebuchte Unterkunft, Kinder folgen der einen wie auch der anderen Gruppe. Diese Inseln bieten für jeden etwas.
Unser Flieger, eine Propellermaschine mit 68 Sitzen, bringt uns sehr ruhig nach Siem Reap. Da bleibt zumindest Dennis Flugangst im Rahmen. Eine Aufregung pro Tag ist auch völlig ausreichend.
Siem Reap ist eine nette, entspannte Kleinstadt, die außer Angkor Wat nicht wirklich viel an Kultur zu bieten hat. Abgesehen davon, dass es für uns ausreichend ist: Für Kultur- und Geschichtsinteressierte kann es wohl kaum etwas Besseres geben. Wir schauen uns in zwei Tagen „nur“ 8 Tempel an und sind immer wieder beeindruckt. Es ist auch durchaus denkbar, sich eine Woche lang alles anzuschauen und dabei nirgends doppelt zu sein. Angkor Wat heißt zwar der größte Tempel, aber das Weltkulturerbe Angkor umfasst ein Gebiet von über 40000 ha. Wenngleich Kambodscha kommunistisch ist, so gibt es doch auch Privateigentum. Sehr zum Leid der Touristen und auch der Bevölkerung befindet sich Angkor in privater Verwaltung. Diese hat gerade in diesem Jahr die Eintrittspreise empfindlich angehoben: 37$ für einen Tag, 64$ für drei Tage und ein Ticket für zwei Tage gibt es nicht. Und da ich kurz die Politik angesprochen habe, sei gesagt, dass die Menschen mit ihrem Prime Minister in der Tat unzufrieden sind und alle den Wahlen 2018 entgegensehen. Der normale Tourist bekommt davon aber nichts mit und auch die Abhängigkeit von China ist im Tourismus (noch) nicht zu merken. Nach nur zwei Wochen verlassen wir dieses sonnige Land mit den netten Menschen, denn Weihnachten steht vor der Tür. Das und den Jahreswechsel wollen wir zu Hause feiern, zumindest in unserer zweiten Heimat...
Unser Flieger, eine Propellermaschine mit 68 Sitzen, bringt uns sehr ruhig nach Siem Reap. Da bleibt zumindest Dennis Flugangst im Rahmen. Eine Aufregung pro Tag ist auch völlig ausreichend.
Siem Reap ist eine nette, entspannte Kleinstadt, die außer Angkor Wat nicht wirklich viel an Kultur zu bieten hat. Abgesehen davon, dass es für uns ausreichend ist: Für Kultur- und Geschichtsinteressierte kann es wohl kaum etwas Besseres geben. Wir schauen uns in zwei Tagen „nur“ 8 Tempel an und sind immer wieder beeindruckt. Es ist auch durchaus denkbar, sich eine Woche lang alles anzuschauen und dabei nirgends doppelt zu sein. Angkor Wat heißt zwar der größte Tempel, aber das Weltkulturerbe Angkor umfasst ein Gebiet von über 40000 ha. Wenngleich Kambodscha kommunistisch ist, so gibt es doch auch Privateigentum. Sehr zum Leid der Touristen und auch der Bevölkerung befindet sich Angkor in privater Verwaltung. Diese hat gerade in diesem Jahr die Eintrittspreise empfindlich angehoben: 37$ für einen Tag, 64$ für drei Tage und ein Ticket für zwei Tage gibt es nicht. Und da ich kurz die Politik angesprochen habe, sei gesagt, dass die Menschen mit ihrem Prime Minister in der Tat unzufrieden sind und alle den Wahlen 2018 entgegensehen. Der normale Tourist bekommt davon aber nichts mit und auch die Abhängigkeit von China ist im Tourismus (noch) nicht zu merken. Nach nur zwei Wochen verlassen wir dieses sonnige Land mit den netten Menschen, denn Weihnachten steht vor der Tür. Das und den Jahreswechsel wollen wir zu Hause feiern, zumindest in unserer zweiten Heimat...
Samstag, 9. Dezember 2017
Sri Lanka
Es sind nur 30 Kilometer Luftlinie und doch liegen zwischen Indien und Sri Lanka Welten.
Eine andere Sprache, eine andere Währung, kürzere Distanzen und vor allem eine andere Kultur.
Colombo, die Hauptstadt, empfängt uns nicht mit Lärm und Dreck, wie in Reiseführern beschrieben. Es ist halt alles eine Ansichtssache. Für uns, die wir gerade noch den Tinnitus des indischen Dauerlärms im Ohr haben, ist es pure Erholung. Alles läuft gemächlicher. Wir fühlen uns fast schon wie in Südostasien. Die Luft ist wieder heiß und feucht, so wie wir es mögen. Am Morgen nach unserer Ankunft wollen wir mit dem Zug die Küste nach Süden befahren. 10:30 soll der Zug abfahren, wir sind pünktlich um 10:03 am Bahnhof. „10:30 Train late. Better take 10 o`clock train“, erklärt der Ticketverkäufer. „It is already 10:05!“, erkläre ich. „Yes, yes, 5 minutes, hurry!“ Ich bezahle 420 srilankanische Rupien (= 2,30 Euro), nehme Dennis meinen Rucksack ab und wir rennen wie Pandas die Bahnhofstreppen hoch und auf dem letzten Gleis wieder herunter, rufen den bereits im Zug wartenden die Frage nach dem 2.-Klasse-Abteil zu, rennen weiter in die angezeigte Richtung, springen, wie Pandas eben springen können, auf, und schon ertönt die Pfeife und der Zug setzt sich in Bewegung. Wir hätten noch gute 20 Sekunden gehabt, denn die Türen werden nicht verschlossen...
Im Zug herrscht ungewohnte Stille. Wir finden getrennte Plätze und genießen die Fahrt immer an der Küste entlang. In Matara werden wir nach 3,5 Stunden mit dem Taxi erwartet, das uns von Samhita, der Besitzerin unserer nächsten Unterkunft organisiert wurde. Ja, wir haben sozusagen vorgebucht. Denn das uns empfohlene Aqua Beach Cabanas hat nur 4 Bungalows und einen wollten wir uns sichern. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn wir sind die einzigen Gäste, eröffnen sozusagen die Saison.
3 Tage Hängematte und es zieht uns wieder zu den Tieren. Erst wandern wir ganz in die Nähe zum Birds‘ Sanctuary, um prachtvolle Pfauen beim Balzen zu beobachten, sowie Papageien, Beos, Pelikane u. a. in Freiheit und nicht in Käfigen zu bestaunen. Tags darauf zieht es uns zu den Großtieren und wir machen eine Safari im Udawahalla National Park. Neben weiteren zahlreichen Vogelarten können wir Krokodile, Affen und große Elefantenherden bestaunen. Die Dickhäuter sind toll und geben beeindruckende Laute von sich, die noch einmal unterstreichen, warum man den Jeep nicht verlasssen soll.
Obwohl in Hungama gerade keine Regenzeit ist, zieht ein Unwetter heran, dass uns dazu veranlasst, die Ostküste zu besuchen, was wir nicht vorhatten. Außerhalb der Saison ist an der Ostküste alles ziemlich verlassen und auch die Sonne ist nur selten zu Besuch. Dennoch genießen wir die Wärme und die Regenarmut. Im Anschluss geht es dann ins Bergland. Mit dem Zug reisen wir in Etappen von Ost nach West. Unterwegs übernachten wir in Ella, einem niedlichen Örtchen mit in den umliegenden Bergen versteckten Unterkünften. Morgens müssen wir mit Besen bewaffnet aufpassen, dass uns die Affen das Frühstück nicht vom Teller klauen und am Abend gehen wir zu Fuß ins Dorf und genießen tropische Cocktails unterm zu früh aufgestellten Weihnachtsbaum. Den nächsten Stopp legen wir bei Hatton ein. Von dort fahren wir erstmalig mit einem Localbus und husten uns nach 1,5 Stunden die Lunge aus dem Hals - so viel haben wir noch nie geraucht. Apropos Lunge ...unser Ziel liegt in Delhousie. Das ist der Ausgangsort für die Besteigung des Adam‘s Peak. Nachts, um 2:30 spätestens, geht man los, um pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Über 5500 Stufen sind dafür zu überwinden. Aber es lohnt sich und wir haben wieder einmal Glück mit dem Wetter. Um 09:30 Uhr liegen wir dann wieder geduscht und satt in unseren Betten. Und natürlich sind wir auch ein bisschen stolz, vor allem Dennis, der weder Frühaufsteher noch Lauffantiker ist.
Das letzte Teilstück, das wir mit der Bahn zurücklegen, führt uns nach Colombo zurück.
Einige Einkäufe sowie auch endlich mal ein Herrenfriseurbesuch sind erforderlich. Das führt leider dazu, dass der anfängliche Eindruck von Colombo revidiert werden muss. 1 Stunde für 3 Kilometer wird benötigt und das indische Hupverhalten ist nun doch vorhanden. Wir halten daher für uns fest: Beim nächsten Mal werden wir Colombo völlig auslassen. Und dass es ein nächstes Mal in Sri Lanka geben wird, steht außer Frage. Aber morgen geht es erst einmal weiter nach Kambodscha. Das Meer und die Hängematten rufen.
Eine andere Sprache, eine andere Währung, kürzere Distanzen und vor allem eine andere Kultur.
Colombo, die Hauptstadt, empfängt uns nicht mit Lärm und Dreck, wie in Reiseführern beschrieben. Es ist halt alles eine Ansichtssache. Für uns, die wir gerade noch den Tinnitus des indischen Dauerlärms im Ohr haben, ist es pure Erholung. Alles läuft gemächlicher. Wir fühlen uns fast schon wie in Südostasien. Die Luft ist wieder heiß und feucht, so wie wir es mögen. Am Morgen nach unserer Ankunft wollen wir mit dem Zug die Küste nach Süden befahren. 10:30 soll der Zug abfahren, wir sind pünktlich um 10:03 am Bahnhof. „10:30 Train late. Better take 10 o`clock train“, erklärt der Ticketverkäufer. „It is already 10:05!“, erkläre ich. „Yes, yes, 5 minutes, hurry!“ Ich bezahle 420 srilankanische Rupien (= 2,30 Euro), nehme Dennis meinen Rucksack ab und wir rennen wie Pandas die Bahnhofstreppen hoch und auf dem letzten Gleis wieder herunter, rufen den bereits im Zug wartenden die Frage nach dem 2.-Klasse-Abteil zu, rennen weiter in die angezeigte Richtung, springen, wie Pandas eben springen können, auf, und schon ertönt die Pfeife und der Zug setzt sich in Bewegung. Wir hätten noch gute 20 Sekunden gehabt, denn die Türen werden nicht verschlossen...
Im Zug herrscht ungewohnte Stille. Wir finden getrennte Plätze und genießen die Fahrt immer an der Küste entlang. In Matara werden wir nach 3,5 Stunden mit dem Taxi erwartet, das uns von Samhita, der Besitzerin unserer nächsten Unterkunft organisiert wurde. Ja, wir haben sozusagen vorgebucht. Denn das uns empfohlene Aqua Beach Cabanas hat nur 4 Bungalows und einen wollten wir uns sichern. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn wir sind die einzigen Gäste, eröffnen sozusagen die Saison.
3 Tage Hängematte und es zieht uns wieder zu den Tieren. Erst wandern wir ganz in die Nähe zum Birds‘ Sanctuary, um prachtvolle Pfauen beim Balzen zu beobachten, sowie Papageien, Beos, Pelikane u. a. in Freiheit und nicht in Käfigen zu bestaunen. Tags darauf zieht es uns zu den Großtieren und wir machen eine Safari im Udawahalla National Park. Neben weiteren zahlreichen Vogelarten können wir Krokodile, Affen und große Elefantenherden bestaunen. Die Dickhäuter sind toll und geben beeindruckende Laute von sich, die noch einmal unterstreichen, warum man den Jeep nicht verlasssen soll.
Obwohl in Hungama gerade keine Regenzeit ist, zieht ein Unwetter heran, dass uns dazu veranlasst, die Ostküste zu besuchen, was wir nicht vorhatten. Außerhalb der Saison ist an der Ostküste alles ziemlich verlassen und auch die Sonne ist nur selten zu Besuch. Dennoch genießen wir die Wärme und die Regenarmut. Im Anschluss geht es dann ins Bergland. Mit dem Zug reisen wir in Etappen von Ost nach West. Unterwegs übernachten wir in Ella, einem niedlichen Örtchen mit in den umliegenden Bergen versteckten Unterkünften. Morgens müssen wir mit Besen bewaffnet aufpassen, dass uns die Affen das Frühstück nicht vom Teller klauen und am Abend gehen wir zu Fuß ins Dorf und genießen tropische Cocktails unterm zu früh aufgestellten Weihnachtsbaum. Den nächsten Stopp legen wir bei Hatton ein. Von dort fahren wir erstmalig mit einem Localbus und husten uns nach 1,5 Stunden die Lunge aus dem Hals - so viel haben wir noch nie geraucht. Apropos Lunge ...unser Ziel liegt in Delhousie. Das ist der Ausgangsort für die Besteigung des Adam‘s Peak. Nachts, um 2:30 spätestens, geht man los, um pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Über 5500 Stufen sind dafür zu überwinden. Aber es lohnt sich und wir haben wieder einmal Glück mit dem Wetter. Um 09:30 Uhr liegen wir dann wieder geduscht und satt in unseren Betten. Und natürlich sind wir auch ein bisschen stolz, vor allem Dennis, der weder Frühaufsteher noch Lauffantiker ist.
Das letzte Teilstück, das wir mit der Bahn zurücklegen, führt uns nach Colombo zurück.
Einige Einkäufe sowie auch endlich mal ein Herrenfriseurbesuch sind erforderlich. Das führt leider dazu, dass der anfängliche Eindruck von Colombo revidiert werden muss. 1 Stunde für 3 Kilometer wird benötigt und das indische Hupverhalten ist nun doch vorhanden. Wir halten daher für uns fest: Beim nächsten Mal werden wir Colombo völlig auslassen. Und dass es ein nächstes Mal in Sri Lanka geben wird, steht außer Frage. Aber morgen geht es erst einmal weiter nach Kambodscha. Das Meer und die Hängematten rufen.
Mittwoch, 22. November 2017
Indien
Es ist unsere zweite Reise nach Indien und doch ist sie völlig anders und neu. Das Land ist einfach so riesig, dass man in einem anderen Bundesstaat meint ein völlig anderes Land zu besuchen. Dieses Mal bleiben wir erst ein paar Tage in Goa und reisen dann weiter nach Rajasthan. Einige Eigenheiten bleiben trotz Vielfalt überall gleich:
Das hektische, schlechte Englisch, das undefinierbare Kopfwackeln in alle Richtungen bei „Yes“ und bei „No“ gleichermaßen und das stets und ständige Gehupe aus gutem Grund oder auch einfach grundlos.
In Goa entscheiden wir uns auch u. A. deswegen für eine Unterkunft mitten im Dschungel. Das Khaama Kethna ist nach 30 Minuten Fußweg nicht zu weit weg vom Beach und bietet uns Ruhe, Natur und gesundes, veganes Essen aus dem eigenen Garten. Im Übrigen ist Indien ein Traum für Vegetarier. Eine solche Vielfalt vegetarischer Gerichte in den Restaurants und Schmackhaftigkeit haben wir bislang noch nirgends sonst gehabt. Nach drei Tagen mieten wir uns eine Royal Enfield und knattern damit die Gegend ein wenig ab. Neben unserem Agonda Beach gibt es noch so viele andere schöne Strände.
Gut erholt beschließen wir mit der Bahn nach Udaipur in Rajasthan zu fahren. Wir buchen uns Schlafplätze im Zug, der um 4:30 abfährt und am Abend in Mumbai ankommen soll. Nach 6 Stunden würden wir dann mit dem nächsten Nachtzug weiterfahren, der unser Ziel laut plan um 15:00 Uhr erreicht.
Unser Zug kommt in Goa mit 1,5 Stunden Verspätung an und beim Betreten des Schlafwagens schockiert uns das Bild eines rollenden Menschenkäfigs. Unsere reservierten Plätze sind zudem besetzt und es herrscht ein reges Treiben wie auf einem Rummelplatz. „Ich würde am liebsten wieder aussteigen“ denke ich lauter als gewollt. Auch Dennis sieht unglücklich aus. Dennoch beschließen wir, uns durchzukämpfen, unsere Plätze zu bekommen und zumindest erst einmal ein wenig zu schlafen. Nach geschätzten 80 Durchläufen des Chai-Wallahs und etlichen anderen Verkäufern, erreichen wir Mumbai völlig übernächtigt und mit Schmerzen in sämtlichen Knochen von den harten Pritschen. Wir sind uns einig: Einmal 14 Stunden reichen aus. Wir buchen uns kurzerhand ein schönes Hotelzimmer und einen Flug für den nächsten Tag und lassen unser zweites Zugticket verfallen.
Udaipur überrascht uns mit verhältnismäßig sauberen Straßen, toller Architektur, freundlichen, nicht ganz so hektischen Menschen und mit fast völliger Abwesenheit von Bettlern. Tagsüber gehen wir nun zwei Wochen lang bei Animal Aid Freiwilligenarbeit leisten (s. Video auf Facebook). Am Abend zieht es uns mal auf die eine, mal auf die andere Dachterrasse mit wundervoller Aussicht auf den Lake Picchola, einer von vier künstlich angelegten Seen der Stadt. Nach den zwei Wochen fällt es uns schwer Abschied von den vielen Tieren und den zauberhaften Mitarbeitern bei Animal Aid zu nehmen. Andererseits freuen wir uns auf wieder höhere Temperaturen und Relaxen in der Hängematte am Strand von Sri Lanka, unserem nächsten Ziel.
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